Wann

13. März 2026 - 14. März 2026    
6:15 - 22:00

Buchungen

150,00€ - 160,00€

Veranstaltungstyp

Liebe Braumeisterkolleginnen und -kollegen,

herzlich laden wir Euch zu unserer Fachexkursion 2026 ein. Am 13. und 14. März führt uns die Reise durch fränkische und schwäbische Braulandschaften – von der Großbrauerei im Wandel zum Getränkehersteller über die einzige kommunale Brauerei Deutschlands hin zu traditionsreichen Familienbetrieben, ergänzt durch einen Blick in die Malzproduktion.

Unser erstes Ziel: Oettinger Brauerei in Oettingen

Die Wurzeln der heutigen Oettinger Brauerei reichen bis 1731 zurück – in den Braugasthof Forstquell im benachbarten Fürnheim. 1956 erwarben Otto und Günther Kollmar die damalige Genossenschaftsbrauerei in Oettingen. Was folgte, ist Brauereigeschichte: Mit konsequenter Optimierung der Betriebsabläufe, modernen Brau- und Abfüllanlagen und dem Fokus auf den damals neuen Supermarkt-Vertriebsweg entwickelte sich Oettinger zu einem der größten Bierproduzenten Deutschlands.

Heute befindet sich das Unternehmen im Wandel: Aus der reinen Brauerei wird ein Getränkehersteller. Unter der neuen Firmierung Oettinger Getränke setzt man verstärkt auf alkoholfreie Produkte – der Anteil am Umsatz soll bis 2026 auf 40 Prozent steigen. Mit der Übernahme des Proteinbierherstellers JoyBräu und der Marke Glorietta für Erfrischungsgetränke zeigt sich diese strategische Neuausrichtung.

Ein technischer Höhepunkt: Seit 1989 verbindet eine 3,6 Kilometer lange unterirdische Bierpipeline die beiden Standorte in Oettingen. Die 1989 in Betrieb genommene zweite Brauerei wurde am Reißbrett auf höchstmögliche Effizienz ausgelegt. Seit 2024 hält Pia Kollmar 100 Prozent der Unternehmensanteile und führt das Unternehmen als Gesellschafterin. Pia und ihre Mutter Ingrid Kollmar waren bei unserer Prag-Exkursion 2025 dabei und sprachen dort die Einladung nach Oettingen aus – wir freuen uns, dieser Einladung nun zu folgen.

Wir treffen gegen 09:00 Uhr in Oettingen ein und erhalten bis 11:00 Uhr eine Führung durch die Brauerei.

Forstquell Brauerei in Fürnheim

Nur wenige Kilometer von Oettingen entfernt liegt das Stammhaus der Familie Kollmar: der Braugasthof Forstquell. Hier wurde 1731 das Braurecht erteilt, hier lernte Günther Kollmar bei seinem Vater das Brauhandwerk, bevor er zum „Bierkönig“ aufstieg. Nachdem der Braubetrieb 1958 eingestellt worden war, erweckte Günther Kollmar die Braustätte 1997 wieder zum Leben. Heute wird im kupfernen Sudkessel inmitten der urigen Gaststätte gebraut – Forstquell Gold, Kupfer, Weiße und saisonale Spezialitäten wie das Emmerbier zur Erntedankzeit.

Für uns bedeutet das: Mittagessen bei deftigen fränkischen Spezialitäten aus der Küche von Ingrid Kollmar – bekannt für ihre Schlot-Engeli (geräucherte Bratwürste) und das hausgebackene Treberbrot – sowie eine Führung durch die Erlebnisbrauerei. Hier erlebt Ihr, wie aus dem Effizienzdenken der Großbrauerei auch ein Rückbesinnen auf handwerkliche Wurzeln entstanden ist.

Von 12:00 bis 14:30 Uhr sind wir in Fürnheim zu Gast.

Stadtbrauerei Spalt

Am Nachmittag erwartet uns ein deutschlandweites Unikum: die Stadtbrauerei Spalt, die einzige kommunale Brauerei der Republik. 1879 aus der 1540 gegründeten Lammsbrauerei hervorgegangen, gehört sie den rund 5000 Spalter Bürgern – und der erste Bürgermeister Udo Weingart ist zugleich Geschäftsführer der Brauerei.

Spalt liegt im ältesten Hopfenanbaugebiet Deutschlands. Erste urkundliche Erwähnungen des Spalter Hopfens reichen bis 1376 zurück. Der Spalter Aromahopfen mit seinem hohen Lupulingehalt ist weltweit begehrt. Braumeister Stefan Herz setzt ihn in doppelter Menge ein und nutzt ein speziell entwickeltes Kochsystem zur schonenden Extraktion der Hopfenöle. Die 21 Bierspezialitäten reifen fünf bis zehn Wochen und werden nach den Regeln des SlowBrewing e. V. erzeugt.

„In Spalt, in Spalt, dou wern die Leit gar alt. Sie kenna nix dafier, dös macht ös goude Bier” – so ein lokaler Spruch. Ob er stimmt, könnt Ihr bei der Bierprobe selbst beurteilen.

Von 15:15 bis 17:30 Uhr führt uns Braumeister Stefan Herz durch seine Brauerei.

Übernachtung im NH Hotel Ingolstadt

Den Abend lassen wir im NH Hotel in Ingolstadt bei einem 3-Gänge-Menü gemeinsam ausklingen.


Tag 2 – Samstag, 14. März

Donau-Malz in Neuburg an der Donau

Der zweite Tag beginnt mit einem Perspektivwechsel: Bei der Donau-Malz in Neuburg werfen wir einen Blick auf die Malzproduktion. Das 1974 als Tochterunternehmen der Bamberger Mälzerei gegründete Werk gehört heute zur drittgrößten Mälzereigruppe Deutschlands mit einer Jahreskapazität von 220 000 Tonnen an allen Standorten.

In Neuburg werden in zwei Lausmannstraßen sowie einer Turmmälzerei Gerste und Weizen vermälzt. Technisch interessant: Bei der Erneuerung der Lausmann-Produktionsanlage 2012/2013 wurde der Standort an das städtische Nahwärmenetz angeschlossen. Die Wärme stammt aus der Abwärme des benachbarten Glaswerks Verallia – ein Beispiel für eine weitsichtige Investition in nachhaltige Energieversorgung, die die Bamberger Mälzerei konsequent verfolgt. Am Stammsitz in Bamberg war man bereits 2009/2010 die erste Mälzerei Deutschlands mit einer Waldhackschnitzelheizung.

Betriebsleiter Martin Schubert führt uns durch die Anlage. Von 09:30 bis 11:30 Uhr erhalten wir Einblick in die Vermälzung – ergänzt durch einen Umtrunk.

Julius-Bräu in Neuburg

Nur wenige Minuten entfernt empfängt uns die Julius-Bräu, ein echtes Neuburger Original. Seit 1828 wird hier gebraut – gegründet von Julius Bauer, der der Brauerei bis heute ihren Namen gibt. Das Familienunternehmen wird von Generation zu Generation weitergegeben; heute führt Gabriele Bauer die Geschicke.

2024 wurde ein neues Sudhaus in Betrieb genommen – ein modernes Edelstahlsudwerk, das einen neuen Abschnitt in der Brauereigeschichte einleitet. Je nach Saison stehen sieben Sorten zur Verfügung, darunter das San Cucino, das Laetitia Export und das naturtrübe Unfiltriert. Die Juliusbräu-Stiftung vergibt zudem den „Preis der bayerischen Bierkultur“ zur Förderung des traditionellen Brauhandwerks.

Von 11:45 bis 14:00 Uhr genießen wir Mittagessen und eine Besichtigung.

Landwehr-Bräu in Reichelshofen

Den Abschluss unserer Exkursion bildet die Landwehr-Bräu im Bierdorf Reichelshofen, unweit von Rothenburg ob der Tauber. Das Brauwesen auf diesem Gelände ist bis 1755 zurückverfolgbar – schon damals war Reichelshofen als Poststation und Gasthof an der Straße von Würzburg nach Rothenburg bekannt. Der Name Landwehr leitet sich von der 62 Kilometer langen Rothenburger Landwehr ab, einem mittelalterlichen Grenzsicherungswerk.

Braumeister Klaus Dürr führt uns durch die nach modernsten technischen Gesichtspunkten eingerichtete Braustätte, in der nach handwerklichen Methoden gebraut wird. Besonders hervorzuheben: Die Braugerste stammt aus einer Erzeugergemeinschaft, der Aromahopfen aus dem Anbaugebiet Spalt. Im hauseigenen Hopfengarten können wir dies zur Saison selbst nachvollziehen.

Von 16:00 bis 18:00 Uhr Führung, von 18:00 bis 20:00 Uhr Abendessen im Brauereigasthof. Gegen 22:00 Uhr erreichen wir wieder Grundfeld.


Kosten und Anmeldung

Diese Fachexkursion bieten wir Euch zu einem attraktiven Preis an. Dank des Zuschusses aus unserer Kasse liegt der Beitrag bei:

150,00 € pro Person im Doppelzimmer, 160,00 € pro Person im Einzelzimmer

Im Preis enthalten sind die Busfahrt, alle Führungen sowie das Abendessen im Hotel am ersten Abend.

Abfahrt ist am 13.03. um 06:15 Uhr in Grundfeld und um 07:00 Uhr am Bamberger Stadion.

Diese zwei Tage bieten Euch intensiven fachlichen Austausch, spannende Einblicke in Betriebe unterschiedlichster Größe und Philosophie – von der Großbrauerei über die Mälzerei und die kommunale Brauerei bis zum Brauereigasthof – sowie die Gelegenheit, Kolleginnen und Kollegen in entspannter Atmosphäre zu treffen.

Zögert also nicht und nehmt teil an unserer Fachexkursion 2026.

Anmeldungen über unsere Website. Programmänderungen vorbehalten. Mindestteilnehmerzahl: 30 Personen.

 

Da einige Kollegen Probleme mit der Anmeldung hatten, habe ich hier eine Anleitung abgelegt. Dort ist genau beschrieben, wie man die Anzahl an Personen bei Einzel- und Doppelzimmern auswählt. Hier findet sich die Anleitung.

Buchungen

Plätze

Ticket-Typ Preis Plätze
Übernachtung im Einzelzimmer 160,00€
Übernachtung im Doppelzimmer
Preis pro Person
150,00€

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